Larson Sekanina Filter (Rotationsgradient)
Der Rotationsgradient, auch Larson Sekanina filter genannt, ist ein Filter, mit dem kreisförmige Strukturen aus einem Bild entfernt werden können, um andere Details besser hervorzuheben. Diese Technik ist besonders effektiv, um die aus dem Kern eines Kometen austretenden Strahlen zu zeigen.
Das Prinzip ist ganz einfach: Diese Bildbearbeitung besteht darin, zwei Kopien des Bildes voneinander zu subtrahieren, wobei eine der beiden Kopien zuvor in Bezug auf einen im Bild definierten Punkt gedreht worden ist.
Wenn um diesen Punkt herum kreisförmige Strukturen vorhanden sind, werden diese durch die Drehung nicht verändert und verschwinden nach der Drehung.
Wenn es nicht kreisförmige Strukturen gibt, wie z. B. Jets in der Koma, werden diese zwischen den beiden Kopien gegeneinander verschoben, und die Subtraktion verstärkt den Kontrast dieser Strukturen im Ergebnis.
Wenn sich der Komet im Bild bewegt, ist es möglich, eine radiale Verschiebung hinzuzufügen.
Dialogbox Larson Sekanina Filter.
Theorie
Ausgehend von einem Eingabebild erzeugt der Filter zwei Bilder, jedes mit einer radialen Verschiebung (\(dr\) in Pixeln) und einer Rotationsverschiebung (\(d\alpha\) in Grad) relativ zum Punkt (\(x_c\), \(y_c\)). Diese Verschiebungen haben in beiden Bildern dieselbe Größe, aber entgegengesetzte Vorzeichen. Die beiden Bilder werden dann kombiniert, um das endgültige Bild zu erzeugen. In Polarkoordinaten \((r, a)\) in Bezug auf den Punkt \((x, y)\) haben wir:
mit \(B\): dem Startbild, \(B'\): dem Ergebnisbild, \(dr\): der radialen Verschiebung und \(d\alpha\): der Rotationsverschiebung
Im folgenden Beispiel, das den Kometen C/2022 E3 zeigt, wurde die Ausrichtung auf den Kometen vorgenommen, und die Sterne zeigen deutlische Strichspuren. Der Komet ist sehr kreisförmig und es ist schwierig, Details seiner Aktivität zu erkennen. Daher ist es nicht notwendig, eine radiale Verschiebung zu bestimmen. Für die Drehung wurde ein Winkel von etwas mehr als 15° gewählt (diese Wahl wurde nach mehreren Versuchen und unter Verwendung der Rückgängig-Taste getroffen). Um die Koordinaten des Rotationszentrums zu bestimmen, markieren Sie einfach den Kometenkern und klicken Sie auf Verwende aktuelle Auswahl. Diese Aktion kopiert die Koordinaten des Schwerpunkts an die gewünschte Stelle.
Bild eines Kometen (C/2022 E3 (ZTF)) mit Koma und Schweif (mit freundlicher Genehmigung von Stéphane Garro).
Ein einfacher Klick auf Anwenden wendet den Filter an. In unserem Beispiel wird ein Jet sichtbar.
Nach Anwendung des Filters erscheint der Jet des Kometen sehr deutlich.
Siril Kommandozeile
rgradient xc yc dR dalpha